Berlin, 22. März, 2010.Unternehmen in der amerikanischen Erneuerbare-Energien-Branche schätzen die Ertragsentwicklung der nächsten Jahre ausgesprochen positiv ein und machen die Industrie zu einem Jobmotor: 87% der Firmen planen bereits in diesem Jahr Arbeitsplätze zu schaffen. Das enorme Wachstumstempo der jungen Industrie stellt die Amerikaner allerdings auch vor Herausforderungen – und sorgt damit für großes Interesse an deutscher Technologie und Expertise. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA) und Roland Berger Strategy Consultants unter 300 Unternehmen im Erneuerbare-Energien-Sektor in den USA durchgeführt haben.
Anlässlich der heute in Berlin eröffneten 2. Deutsch-Amerikanischen Energietage wurden amerikanische Unternehmen sowie US-Tochtergesellschaften deutscher Firmen aus den Kernindustrien Wind-, Solar- und Bioenergie und Energieeffizienz detailliert zu Potenzialen und Herausforderungen des US-Marktes befragt. In den vergangenen zehn Jahren haben deutsche Unternehmen in großer Zahl den Markteinstieg gewagt und zeigen sich zufrieden: 72% sehen Ihre Erwartungen als erfüllt an.
Handlungsbedarf allerdings sehen Deutsche und Amerikaner gleichermaßen bei den politischen Rahmenbedingungen und der Aufklärung der Konsumenten in den USA. Konkret fordern sie die Schaffung nationaler Energiestandards und eine bessere Information der Verbraucher über reale Energiekosten und neue Technologien. US-Unternehmen kämpfen aktuell zudem mit Kreditknappheit und Finanzierungsengpässen; was die deutschen Zulieferer wiederum in Form eines intensiven Wettbewerbs mit hohem Kostendruck zu spüren bekommen.
Der Erfahrungsvorsprung durch innovative Lösungen im Umwelttechnologiebereich macht deutsche Unternehmen in den USA zu besonders attraktiven Partnern: Ein Drittel der befragten amerikanischen Unternehmen im Sektor arbeitet bereits heute mit deutschen Firmen zusammen; wobei 70% dieser Kooperationen auf dem jungen und dynamischen Markt erst in den letzten fünf Jahren geschlossen wurden. Diese Zahl wird laut Umfrage schon bald weiter wachsen, denn weitere 40% der US-Unternehmer bekundeten aktuell Interesse am Aufbau einer Partnerschaft mit deutschen Anbietern. Dabei werden die Deutschen besonders als Innovationspartner geschätzt.
„Für uns als Vertreter der deutschen Wirtschaft in den USA ist dies ein wichtiges Signal und bestärkt uns in unserem intensiven Engagement in dieser Industrie“, kommentiert Simone Pohl, Geschäftsführerin der AHK USA - Chicago. Nach Ansicht von Jürgen Reers, Managing Partner für Roland Berger Strategy Consultants in Nordamerika, bieten die USA noch erhebliche Wachstumschancen für Unternehmen: "Etwa ein Drittel der Befragten erwarten für dieses und die nächsten vier Jahre Wachstumsraten von über 10% p.a. für die Bereiche Wind, Solar, Bioenergie, und Energieeffizienz in den USA". Da die Mehrheit der Firmen angibt, gegenwärtig noch unter der schwachen Gesamtkonjunktur zu leiden, ist dieser Optimismus besonders bemerkenswert.
Die vollständigen Ergebnisse der Erhebung wurden heute offiziell auf den 2. Deutsch-Amerikanischen Energietagen präsentiert. Die Veranstaltung wird gemeinsam von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und den Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA) organisiert. An zwei Konferenztagen werden im Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin hochkarätige Sprecher aus Industrie und Politik beider Staaten erwartet.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ist Förderer der „2. Deutsch-Amerikanischen Energietage“. Premiumsponsor ist die Solar Millennium AG. Unterstützt wird die Konferenz zudem vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), vom Auswärtigen Amt mit der Transatlantischen Klimabrücke, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) und Germany Trade and Invest. Medienpartner ist der Verlag Energie & Management. Die Konferenz wird in Kooperation mit „atmosfair“ klimaneutral durchgeführt.
Weitere Informationen zu den 2. Deutsch-Amerikanischen Energietagen: www.dae-konferenz.de.
Detaillierte Umfrageergebnisse
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